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SV Schleusingen 90 gewinnt ersten Inklusionspreis im Thüringer Sport


Der SV Schleusingen 90 hat den ersten Inklusionspreis im Thüringer Sport gewonnen. Foto: LSB Thüringen
 

Der SV Schleusingen 90 hat den Inklusionspreis im Thüringer Sport gewonnen. Den insgesamt mit über 6.000 Euro dotierten Preis haben erstmals der Landessportbund Thüringen (LSB) gemeinsam mit dem Beauftragten für Menschen mit Behinderung des Freistaates Thüringen, Joachim Leibiger, sowie den beiden Behinderten-Sportfachverbänden Thüringer Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband und Special Olympics Thüringen verliehen. Platz zwei geht an die Abteilung Laufschule für Blinde und Sehbehinderte vom LAC Eichsfeld. Dritter wurde der Rehasportverein Mühlhausen mit der Abteilung ILOH.

Der SV Schleusingen 90 hat mit dem Programm Unified Sports den ersten Inklusionspreis im Thüringer Sport und damit ein Preisgeld von 3.000 Euro gewonnen. Das Programm Unified Sports, das der Verein gemeinsam mit der Stiftung Rehabilitationszentrum Thüringer Wald anbietet, führt die gleiche Anzahl von Special-Olympics-Athleten und nichtbehinderten Sportlern in einem Team zusammen, um gemeinsam zu trainieren und an Wettbewerben teilzunehmen. Mittlerweile sind neun Sportler mit Behinderung im Tischtennis und Faustball im Verein aktiv. Über die Wettkämpfe von Special Olympics hinaus nehmen die Sportler auch am Ligaspielbetrieb des Thüringer Tischtennisverbandes für den SV Schleusingen 90 teil.

Platz zwei und 2.000 Euro hat der LAC Eichsfeld mit seiner Abteilung „Laufschule für Blinde und Sehbehinderte“ gewonnen. Ihr Ziel ist es, sportlich interessierten blinden und sehbehinderten Menschen die Teilnahme am Laufsport zu ermöglichen. Dazu bilden die blinden und sehbehinderten Läufer mit ihren sehenden Begleitläufern, den Guides, ein Lauftandem. Die Lauftandems treffen sich zum Trainieren oder zur Teilnahme an Sportveranstaltungen. Der Verein ist ständig auf der Suche nach neuen motivierten sehenden und sehbehinderten Personen, die Spaß am Laufen haben. Im Mittelpunkt stehen das gemeinsame Sportreiben, das unfallfreie Laufen und das gemeinsame Vereinsleben. Im LAC Eichsfeld gestalten Vereinsmitglieder mit und ohne Behinderung gemeinsam und gleichberechtigt das Vereinsleben. Der Verein verzeichnet zudem eine kontinuierliche Erhöhung der Mitgliederzahl. Inzwischen ist die Abteilung bundesweit so bekannt, dass andere Vereine und Netzwerke bei den Verantwortlichen Kontakt aufnehmen und um Tipps und Hilfe bitten.

Mit einem tollen ganzheitlichen Projekt belegte der Rehasportverein Mühlhausen mit der Abteilung ILOH Platz drei und erhält 1.000 Euro. ILOH steht für „Ich lebe ohne Hindernisse“ und bedeutet gemeinsame Aktivitäten für Personen mit und ohne Behinderung. ILOH hat sich vor einigen Jahren aus dem Unterrichtsfach "Sozialdiakonie“ am Evangelischen Schulzentrum in Mühlhausen entwickelt und ist seit 2015 eine eigene Abteilung im Rehasportverein Mühlhausen. Die Abteilung fördert und initiiert Aktionen für Alle – vor allem in Verbindung mit Rollstuhlsport in der Sporthalle, im Alltag oder durch Rad- und Wanderausflüge in der Natur.

„Der Sport besitzt die Möglichkeit, Menschen über Beeinträchtigungen hinweg zu verbinden und Inklusion zu leben. Dem kommen Thüringer Sportorganisationen gemäß des Maßnahmeplans der Landesregierung zur Förderung von Freizeitangeboten mit gleichberechtigter Teilhabe im Sport bereits nach. Das hat sich nicht zuletzt an der Zahl und Qualität der eingereichten Bewerbungen widergespiegelt“, lobt das für Inklusion zuständige LSB-Präsidiumsmitglied Michaela Tielsch. Insgesamt waren zur ersten Auflage des Inklusionspreises im Thüringer Sport 21 bemerkenswerte Bewerbungen eingegangen, weshalb die Jury entschied, sieben weitere Bewerbungen auszuzeichnen. Auf einem geteilten vierten Platz landeten die Jena Caputs und die SG Motor Arnstadt, die jeweils 100 Euro Preisgeld erhalten. Die Jena Caputs um Lars Christink engagieren sich vor allem im Kinder- und Jugendbereich für die gleichberechtigte Teilhabe und ein verständnisvolles Miteinander durch die Erfahrungen in ihren inklusiven Rollstuhlsportgruppen. Die SG Motor Arnstadt bietet im Rahmen von Special Olympics Thüringen Sportlern mit einer geistigen Behinderung eine Perspektive im Kraftsport. Fünf weitere Vereine landeten auf einem geteilten fünften Platz und wurden mit 50 Euro belohnt.

Die Entscheidung über die besten Bewerbungen hat eine Fachjury, bestehend aus dem Behindertenbeauftragten Joachim Leibiger, Paralympics-Starter Mario Hochberg sowie Vertretern des Landessportbundes Thüringen und der Behinderten-Sportfachverbänden getroffen. Die Schirmherrschaft zum ersten Inklusionspreis im Thüringer Sport übernahm Ministerpräsident Bodo Ramelow, der zur Preisverleihung von der Staatssekretärin des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, Gabi Ohler, vertreten wurde.

Platzierungen und Projekte in der Übersicht:
1. Platz: SV Schleusingen 90 (Unified Sports)
2. Platz: LAC Eichsfeld (Laufschule für Blinde und Sehbehinderte)
3. Platz: Rehasportverein Mühlhausen (ILOH)
Geteilter 4. Platz:
Jena Caputs (Inklusive Rollstuhlsportgruppen im Kinder- und Jugendbereich)
SG Motor Arnstadt (Kraftsportgruppe für Sportler von Special Olympics)
Geteilter 5. Platz:
Sektion Weimar DAV (Neubau einer barrierefreien Kletterhalle)
Club Maritim Erfurt (Alle in einem Boot - Lebensfreude inklusiv)
WSV Oberhof 05 (Wintersport barrierefrei in Oberhof)
Freizeitsportverein „Wolkenrasen“ Sonneberg (gemeinsam Sporttreiben mit und ohne Handicap)
OTG 1902 Gera (Sportfest für Menschen mit Behinderung)

 
 
 
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